3. Die Charaktere

3.2. Tick, Trick und Track (Huey, Dewey and Louie)

Tick, Trick und Track Es ist gar nicht so einfach, eine Trennlinie zwischen dem Lebenslauf von Donald Duck und seinen drei pfiffigen Neffen zu ziehen, da deren Leben ja untrennbar miteinander verbunden sind. Ihr Auftauchen passte aber auch sehr gutin dasdamals klassische Comicschema, in dem vor allem ungezogene Kinder die Hauptrolle spielten, in das z.B. „Max und Moritz“ und „Der Struwelpeter“ fielen. Bei den Drillingen ist das aber nicht so einfach zu definieren. Zum einen sind sie die hinterlistigen kleinen Racker, denen in Sachen Streichen keiner so leicht etwas nachmachen kann. Andererseits kannman in ihnen auch die engagierten Pfadfinder des „Fähnlein Fieselschweifs“ entdecken, das im Original „Junior Woodchucks“ (bezogen auf Murmeltiere Nordamerikas) heißt. Immer wieder müssen sie ihrem Onkel Donald aus der Klemmehelfen. Carl Barks hat diese Geschichten mit Absicht auf das Erwerben von Orden und Rangabzeichen sowie auf die phantasievoll abgekürzten Rangbezeichnungen zugespitzt. Da Carl Barks als Kind selbst gerne Pfadfinder geworden wäre, lässt er ihnen besondere Aufmerksamkeit zukommen und schildert diese weltumspannende Organisation durchwegs positiv. So dachtesich Barks sogar ein eigenes Emblem für diese Pfadfindergruppe aus, die zum ersten Mal 1951 in „Test am Graupelpaß“ in Erscheinung trat.
Da sich Tick, Trick und Track als Pfadfinder ziemlich klug und wissensbegierig zeigten, doch nicht altklug erscheinen sollten, gab man ihnen das „Schlaue Buch“ in die Hände, im Original „Junior Woodchucks´ Guidebook“. Dieseskleine Buch, von dem es laufend Neuauflagen gibt, erweist sich dank seines ungeheuren Informationsreichtums, in fast jeder Situation hilfreich. Ob Fragen in Geographie, Geschichte, Geologie, alte Sprachen oder Survival betreffend, das Schlaue Buchhat immer einen weisen Ratschlag bereit. Kein Wunder, dass auch dieser pfiffigen Pfadfindergruppe eine eigene Heftreihe gewidmet wurde, zu der Carl Barks in den Jahren 1970 bis 1974 über 20 Geschichten beisteuerte, die sichvorallem mit dem Umweltschutz befaßten.
Anfangs konnte und brauchte man Donalds Neffen nicht auseinanderzuhalten. Sie hatten alle drei die gleichen schwarzen T-Shirts an und bunte Kappen auf dem Kopf, wobei es keine Rolle spielte, wer jetzt welche Kappe aufhatte. Daes den Coloristen (diejenigen die für die Farbgebung zuständig waren) ebenfalls schwerfiel, die Neffen auseinanderzuhalten, scheint es in manchen Geschichten so, als würden diese zwischen den Bildern die Kappen tauschen. Außerdem hatten sie anfangs keine unterschiedlichen Persönlichkeiten. Als sie dann aber ihre regelmäßigen Fernsehauftritte in der Serie „Duck Tales“ bekamen, und die Stories komplizierter wurden, musste man einen Weg finden, die drei auseinander zu halten. Tick/ Huey, bekam ein rotes Leibchen, weil die leuchtendste Farbe, „the brightest hue“, rot ist. Trick/ Dewey, wurde ein blaues T-Shirt verpasst, da „dew“ Tau bedeutet. Track zuallerletzt, hieß es in der Originalfassung, bliebübrig, „that leaves Louie“, und so zog man eine Eselsbrücke über „leaves“, was ja Blätter bedeutet, und erbekam ein grünes Leibchen.