3. Die Charaktere

3.4. Gustav Gans (Gladstone Gander)

Gustav Gans Gustav Gans, den Carl Barks 1948 (einen Monat nach Dagobert Duck) erfunden hatte, fällt gegenüber denanderen Familienmitgliedern der Famile Duck ein bisschen aus der Reihe, da er ja keine reinrassige Ente, sondern eine Kreuzung mit einer Gans ist. Gustav ist der unter einem „Glücksstern“ geborene Glückspilz, der zu seinemGlück überhaupt nichts zu tun braucht. Und doch zeigt ihn Carl Barks manchmal auch von einer anderen Seite, die für einen geborenen Glückspilz eher untypisch ist. In der Geschichte „Die Jagd auf das Einhorn“ versucht Gustav seinen Gegenspieler Donald zu übertölpeln, nimmt also sein Schicksal selbst in die Hand. Diese Eigenschaft widerspricht nämlich Gustavs Charakter in gewissem Sinne, da es für ihn schon Arbeit ist, jemandem eine Falle zu stellen, oder sich auch nur etwas zu wünschen. Im Verlauf der Geschichte besinnt sich Gustav darauf, dass das nicht seine Welt ist, sondern,dass er wie eh und je blind auf sein eigenes Glück vertrauen muss, damit es ihn zum Sieg führt. Gustav macht auf seine Zeitgenossen, vor allem auf Donald, keinen guten Eindruck, da er durch sein überhebliches Verhalten oft äußerst nervtötend sein kann. Denn egal was man anstellt, Gustav hat so ein unverschämtes Glück, dass es schon fast zum Heulen ist.Selten aber doch haben die Comicsschreiber Erbarmen mit Donald, und lassen ihn ab und zu auch über das Glück seinesGegenspielers triumphieren.
In einer anderen Geschichte, „Wer suchet, der findet“, wird brutal auf die wirklich negativen Seiten von Gustav´s Charakter hingewiesen. Er zeigt sich in dieser Geschichte als unübertroffener Neidhammel, der einfach zusiehtwie sich sein Vetter Donald abrackert, damit er letztendlich als Sieger dastehen kann. In dieser Story zeigt sich wiederdeutlich, dass Donald für seinen Erfolg Arbeit investiert und sich richtig ins Zeug legt um sein Ziel zu erreichen, währenddessen Gustav faul dabei zusieht. Die Botschaft die dahinter steckt ist, dass die Belohnungen, die das Leben bringt, nicht nur denen, die es auch verdienen vorbehalten sind. In einer späteren Geschichte wird Gustav sogar noch negativer dargestellt, als Schwindler, der sein Glück mit gezinkten Karten zu erreichen versucht. Doch diese Rolle wurde ihm dannletztendlich wieder abgesprochen, da Schummeln schließlich auch mühevoll ist.
„Gustav Gans ist ein Typ, der sich ohne Anstrengung durchschlängelt, ohne jemals etwas dafür zu tun“,charakterisiert Carl Barks selbst den Glückspilz, und bringt dadurch zum Ausdruck, dass ihm diese Figur keineswegs sympathisch ist.