4. Zusammenfassung

Ich wollte anhand des Beispieles der Comics rund um die Familie Duck zeigen, dass Comics viel zu oft unterschätzt und als niveaulos abgetan werden. Die Comics machten eine jahrzehntelang dauernden Entstehungsprozeß durch. Die Entwicklung verlief von den ersten Comic-Kurzfilmen im Vorprogramm der amerikanischen Kinos, über die täglichen Comic-Strips in amerikanischen Zeitungen bis hin zu den eigenen Comicheft-Reihen der einzelnen Charaktere.
Mit den Zeichentrickfilmen der Disneystudios beschäftigten sich sehr viele Leute. Niemand kann so genau sagen, von wem Donald jetzt wirklich erfunden worden ist. Die Idee kam von Walt Disney, doch an der Ausführung waren äußerst viele Leute beteiligt. Der Comiczeichner Carl Barks beschäftigte sich schon während seiner Arbeit bei den Disneystudios hauptsächlich mit der tollpatschigen Ente. Da er aber ein Mensch war dessen Fähigkeiten sich bei von Disney so hoch angesehenen Teamgeist nicht voll entfalten konnten, beschäftigte er sich anfang der Vierziger Jahre allein mit der Ente, als Mitarbeiter des Disney Lizenznehmers „Western Publishing“. Nun wurden Donald und seine drei pfiffigen Neffen zu menschlichen Charakteren, deren Handlungen gewissen Vorstellungen und Zielen folgten, umgeformt. Ihre Familie wuchs weiter an und es entstanden die unterschiedlichsten stark ausgeprägten Charaktere: Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt, Gustav Gans, der ultimative Glückspilz und Daniel Düsentrieb, ein Genie mit bisweilen mickriger Erfolgsquote.
Carl Barks verstand es im Laufe der Zeit Text und Bilder so geschickt miteinander zu kombinieren, dass sich Erwachsene und Kinder gleichermaßen mit den Comicfiguren identifizieren konnten. Die Kinder konnten sich an den lustigen Bildern erfreuen, die Erwachsenen konnten über die verborgene Ironie in den Barks´schen Texten schmunzeln. Der deutschen Übersetzerin Dr. Erika Fuchs ist es zu verdanken, dass die Comics rund um Donald Duck auch im deutschen Sprachraum so populär wurden. Zwar ging bisweilen die tiefgründige Ironie der Barks´schen Texte verloren, doch übersetzte sie mit soviel Hingabe und Geschick, dass der Geist von Barks, bis zum heutigen Tage, erhalten blieb.