Ein Mensch begegnet einem zweiten ...

Ein Weg im schönen Zillertal

Ein Mensch begegnet einem zweiten,
Sie wechseln Form- und Höflichkeiten
Sie zeigen Wiedersehensglück
Und geh'n zusammen gar ein Stück.
Und, während sie die Stadt durchwandern
Sucht einer heimlich von dem andern
Mit ungeheurer Hinterlist
Herauszubringen, wer er ist.
Dass sie sich kennen, das steht fest
Doch äußerst dunkel bleibt der Rest.
Das Wo und Wann, das Wie und Wer
Das wissen alle zwei nicht mehr
Doch sind sie, da sie sich nun trennen,
Zu feig, die Wahrheit zu bekennen
Sie freun sich, dass sie sich getroffen
Jedoch im stillen beide hoffen
Indem sie ihren Abschied segnen
Einander nie mehr zu begegnen.

Eugen Roth